750 Jahre Pfarrkirche St. Martin in Staufen

09.11.2025 | Erzbischof Stephan Burger feiert Festgottesdienst zum Jubiläum

Staufen. Mit einem Festgottesdienst hat Erzbischof Stephan Burger am Sonntag das 750-jährige Bestehen der Pfarrkirche St. Martin in Staufen gefeiert. In seiner Predigt erinnerte er an die lange Geschichte der Kirche und rief dazu auf, den Glauben auch in schwierigen Zeiten lebendig zu halten.
 
„750 Jahre zu überblicken, ist nicht gerade eine leichte Sache, doch ich denke, es lohnt sich, einen kleinen Einblick in diese Geschichte zu wagen, um sich der Bedeutung bewusst zu werden, auf welchem Fundament diese Kirche und wir als heutige an Christus Glaubende stehen“, sagte der Erzbischof. Die Kirche sei in einer Zeit entstanden, „in der die Religion eine wesentliche Rolle in der Gesellschaft wie im Leben des einzelnen Menschen spielte“. Mit dem Bau sei damals das „klare Zeichen“ gesetzt worden, „dass Gott unter uns Wohnung nimmt“.

Glaube als Halt in einer verunsichernden Zeit

Burger spannte den Bogen in die Gegenwart: „Allenthalben erleben wir in unserer Gesellschaft eine starke Verunsicherung. Ängste und Befürchtungen rütteln am gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ Auch die Kirche selbst stehe vor großen Herausforderungen, sagte er angesichts schwindender Bindungskraft und Vertrauensverlust. Dennoch sehe er keinen Grund zur Resignation: „Weil vor über 2000 Jahren sich einer daran gemacht hat, gerade in diese zerrissene und zerrüttete Welt zu kommen, um ihr einen Ausweg aus der gesamten Welt-Misere zu verschaffen.“
 
Halt und Orientierung böten der Glaube und die Beziehung zu Christus. „Nicht wir machen Kirche, sondern wir sind Kirche allein durch ihn, durch seine Berufung und Gnade, die er schenkt.“ Daraus erwachse für Christinnen und Christen die Aufgabe, „unser alltägliches Leben zu gestalten, seine Liebe zum Ausdruck zu bringen.“
 
Zum Abschluss rief der Erzbischof die Gläubigen auf, im Glauben und in der Gemeinschaft standhaft zu bleiben: „Mit diesem Glauben, mit dieser Christusbeziehung im Herzen dürfen wir die Zukunft wagen, dürfen und wollen wir Kirche sein, Sauerteig in einer Gesellschaft und Welt, in der die Menschen dieses Zeugnis der Liebe Gottes so dringend brauchen.“
 
(cvl)